Therapieangebote

Wer bekommt Ergotherapie?

Ergotherapeutische Unterstützung können Menschen jeden Alters bekommen, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind.
Für eine ergotherapeutische Behandlung benötigen Sie eine ärztliche Heilmittelverordnung.

Wie arbeiten Ergotherapeuten?

Ergotherapeuten arbeiten handlungsorientiert

In der Ergotherapie werden Handlungen als menschliches Grundbedürfnis angesehen. Die individuell bedeutungsvollen Handlungen des Patienten stehen im Mittelpunkt der Therapie. Im Zuge dessen sind Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sowie die Steigerung der Lebensqualität übergeordnete Ziele der Ergotherapie (DVE 2008).

Ergotherapeuten arbeiten klientenzentriert

In der klientenzentrierten Ergotherapie werden die Autonomie, Stärken und individuelle Handlungsauswahl des Patienten wertgeschätzt. Im Rahmen des partnerschaftlichen Verhältnisses zwischen der Therapeutin und der Patientin stehen die Handlungswünsche des Patienten im Mittelpunkt der ergotherapeutischen Befunderhebung, Zielsetzung und Behandlung (Sumsion 2002).

Ergotherapeuten arbeiten systematisch

Im Rahmen des systematischen Handelns vereinbaren Ergotherapeuten gemeinsam mit den Patienten Therapieziele, analysieren die Probleme, die den Handlungsproblemen zugrunde liegen und erstellen einen Behandlungsplan. Während und am Ende der Behandlung wird das Erreichen der Therapieziele gemeinsam überprüft (Haase 2007).

Wer bekommt Ergotherapie?

Ergotherapeutische Unterstützung können Menschen jeden Alters bekommen, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Für eine ergotherapeutische Behandlung benötigen Sie eine ärztliche Heilmittelverordnung.

Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 18 Jahren

Häufig gestellte ärztliche Diagnosen sind

  • Entwicklungsstörungen und -verzögerungen
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Koordinationsstörungen (Grob-, Fein- und Graphomotorik)
  • ADS / ADHS
  • Sinnesbehinderungen
  • Verhaltensauffälligkeiten / Interaktionsprobleme
  • Körperbehinderung
  • Geistige Behinderung
  • Autismus
  • Syndrome

Therapeutische Angebote

  • Wahrnehmungsbehandlung (z.B. Sensorische Integrationstherapie)
  • Kompetenzzentrierte Methode
    • Training von Grundarbeits- / Schulfähigkeiten,
    • Handlungsplanung, Problemlöseverhalten,
    • Konzentration,
    • Selbstständigkeit, Selbstbewusstsein sowie
    • Graph- und Feinmotorik
  • Interaktionelle Methode
    • Trainieren neuer Verhaltensweisen um Kommunikations- / Interaktionsfähigkeiten sowie Konfliktfähigkeit zu verbessern
    • verhaltenstherapeutische Elemente
  • Förderung der Spielfähigkeit / Spielentwicklung
  • Kompensation / Veränderung der Umweltbedingungen

Information und Beratung

  • Spielangebote / Freizeitgestaltung
  • Alltagsstrukturierung
  • Kinderzimmergestaltung
  • Umgang mit kindlichen Verhaltensweisen
  • Anpassung der Anforderungen an das Kind
  • Bedeutungsveränderung kindlicher Signale
  • Graphomotorik / Schreib- und Malutensilien
  • Händigkeitsentwicklung
  • Förderung der Voraussetzungen für die Schule
  • Gestaltung der Hausaufgabensituation
  • Kontaktaufnahme und Beratung mit Kitaerziehern, Lehrern und anderen Therapeuten
Erwachsene

Orthopädie / Chirurgie

Häufig gestellte ärztliche Diagnosen sind

  • Z.n. Unfällen (Knochenbrüche, Sehnenverletzungen)
  • Z.n. Operationen (Karpaltunnelsyndrom, Rhizarthrose, Dupuytren´sche Kontraktur)

Therapeutische Angebote

  • Aktive und passive Bewegungsübungen zur Gelenkmobilisation und Muskelkräftigung
  • Sensibilitätsschulung
  • Thermotherapie
  • Narbenpflege
  • Training im lebenspraktischen Bereich

Information und Beratung

  • Umfeldgestaltung ( Arbeitsplatz, Haushalt)
  • Hilfsmitteleinsatz
  • Anleitung zum Eigentraining

Neurologie

Häufig gestellte ärztliche Diagnosen sind:

  • Schlaganfall
  • Morbus Parkinson
  • Multiple Sklerose
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Hirntumore

Therapeutische Angebote

  • Behandlungskonzepte zur Wiedererlangung bzw. Erhalt des physiologischen Bewegungsverhaltens
    • Behandlung nach dem Bobath Konzept
    • kognitiv-therapeutische Übungen (Perfetti-Konzept)
    • Spiegeltherapie
  • Vermitteln von Kompensationsstrategien
  • Anpassung des Umfeldes / Einsatz von Hilfsmitteln
  • Training im lebenspraktischen Bereich
  • Hirnleistungstraining

Information und Beratung

  • Zusammenarbeit mit Angehörigen / Pflegekräften und anderen Therapeuten
  • Hilfsmittelberatung / Zusammenarbeit mit Sanitätshäusern
  • Anleitung zum Eigentraining und zum Transfer in den Alltag
Quellen:
DVE (2007): Definition Ergotherapie. Online:
http://www.dve.info/informationen/ueberdieergotherapie/definition.php
(Stand 24.11.2009)
DVE (2008): Ergotherapie im Profil. Karlsbad: o.V. Haase F. (2007): Phasen des Therapieprozesses. In: Scheepers C., Steding-Albrecht U., Jehn P.
(Hrsg.): Ergotherapie – Vom Behandeln zum Handeln. Stuttgart: Thieme.
Sumsion T. (2002): Klientenzentrierte Ergotherapie. Stuttgart: Thieme.